Straßenkinder in der Mongolei

Mongolei

Zwei Kinder die an einer Jurte stehen In Ulaanbaatar (Ulan Bator) leben nach UNICEF zirka 4000 Straßenkinder.

Nur 2,4 Mio. Menschen leben in der Mongolei, einem Land fast fünfmal so groß wie Deutschland. Die langen Winter mit eisiger Kälte machen das Überleben schwer. Die Hälfte der Bevölkerung lebt halbnomadisch von Viehherden, deren Bestand auf 30 Mio. Tiere geschätzt wird. Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Regierungssystems 1990 erlebte die Mongolei bedeutsame Veränderungen, die auch negative Konsequenzen mit sich brachten. Die Inflationsrate stieg rasch an, ebenso die Arbeitslosigkeit. Das soziale Netz zerriss und die Armut nahm sichtbar zu. Nach dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF leben ca. 4000 Straßenkinder1 in den Straßen von Ulaanbaatar (Ulan Bator).

Hilfsprogramme von World Vision für Straßenkinder

Die Hilfsorganisation World Vision begann bereits 1993 mit Hilfsprogrammen und Entwicklungsprojekten für Straßenkinder.2 Teams von World Vision besuchen die Kinder und Jugendliche auf den Straßen von Ulaanbaatar und versuchen deren Vertrauen zu gewinnen, um sie von der Straße weg zu bringen. Das Child Welfare Center (ehemals Child Address and Identification Center (CAIC)) ist eine Unterabteilung der kriminelle Prävention Abteilung der Stadtpolizei Ulaanbaatar. Die Aufgabe des Centers ist es Straßenkinder zu identifizieren und geeignete Schritte einzuleiten. World Vision hat zurzeit zwei Sozialarbeiter im CAIC die die Situation beurteilen sollen, ob es möglich ist die Kinder zu ihren Familien zurück zu führen.3

Wo möglich führt World Vision die Kinder in ihre Familien zurück oder bringt sie in Pflegefamilien unter. Individual- oder Familienberatungen helfen bei diesem Prozess. Psychisch, physisch oder sexuell missbrauchte Kinder werden liebevoll beraten und betreut.

Ein Heim für Straßenkinder und das Day Activity Center

Ein weiteres Projekt ist das Lighthouse Center. World Vision realisiert in diesem Programm sowohl Soforthilfe und vorbeugende Maßnahmen als auch längerfristige Anliegen wie Schulbildung und Zusammenführung mit den Eltern. Neben dem Lighthouse Center bietet World Vision das Day Activity Center an, wo die Kinder eine Möglichkeit bekommen kurzfristig der Straße zu entfliehen und sich zurück ziehen zu können.4

Neben den Hilfsprogrammen, wie das CAIC, Lighthouse Center oder das Day Activity Center die für die Rehabilitierung von Straßenkindern dient, bietet World Vision Kinderpatenschaften an. Durch eine Patenschaft kann eine Familie vor dem sozialen Abgrund bewahrt werden und eine neue Perspektive bekommen. Eine Kinderpatenschaft ist nicht gleichzusetzen mit "direkter Hilfe", bei der die Kinder oder ihre Eltern Geld ausgehändigt bekommen. Vielmehr fließen die Beiträge in ein ganzes Bündel von Projektmaßnahmen, die geeignet sind, die von den Eltern, Dorfältesten und World Vision-Beratern erarbeiteten Entwicklungsziele zu verwirklichen. Diese Art der Förderung vermeidet die Bevorzugung und Hervorhebung Einzelner und stützt zugleich das soziale Umfeld.

Dadurch können die Gründe verhindert werden, dass ein Kind überhaupt sein zu Hause verlässt und das Leben auf der Straße wählt.

Autor: Dan Rampoldt

1 UNICEF, Evaluation of UNICEF Mongolia's Child Protection Programme, 2009, S.15
2 World Vision, Mongolei - Zukunft für Strassenkinder, 2007, S.2
3 World Vision, Freiwillige Mitarbeiter für Strassenkinder, 2004, S.2
4 World Vision, Mongolia Annual Review 2008, 2009, S.38

Mit freundlicher Unterstützung von:
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