Straßenkinder in der Mongolei

Straßenkinder in Ulaanbaatar

Gruppe von Strassenkinder Gruppe Straßenkinder in Ulaanbaatar (Ulan Bator)
Von links: Ganbaatar, Suhbat & Tsog-Erdene

Viele Straßenkinder kommen mit den Zügen aus dem Umland nach Ulaanbaatar (Ulan Bator) und suchen Zuflucht in der Großstadt. Um die extremen kalten Winter zu überleben, die bis zu -40 Grad kalt werden können, sind viele Kinder gezwungen unter der Erde, in den Schächten des Fernwärmesystems zu leben.

Wohneingang eines mongolischen WohnhausZum Vergrößern anklicken Gullideckel liegt neben den Einstieg zum warmen KanalschachtZum Vergrößern anklicken Rohre und eine Schlafdecke im UntergrundZum Vergrößern anklicken

Die Probleme liegen meist bei den Eltern der Straßenkinder

In fast allen Familien sind die Eltern der Straßenkinder arbeitslos oder bekommen eine zu schmale Rente, so dass sie Probleme haben die Familie zu versorgen. Die Eltern der Kinder werden depressiv und fangen an zu trinken. Ihren Unmut, in Kombination mit dem Alkohol, lassen sie dann an ihren Kindern aus und schlagen sie. Viele Eltern, ob Vater oder Mutter, schicken ihre Kinder auf die Straße um zu betteln oder zu singen damit sie sich weiter ihren Alkohol finanzieren können. Shinetugs (13 Jahre) und Ganduuren (15 Jahre) erzählten, dass sie sich nicht nach Hause trauten bis sie ca. 500 Tükrük (0,33 EUR) zusammen hatten, damit ihr Vater sie nicht schlägt. Als letzten Ausweg gibt es für die Kinder dann nur noch die Flucht auf die Straße.

Auch bei einer Neuheirat kann es vorkommen, dass die Stiefmutter oder der Stiefvater das Kind nicht anerkennt, es schlägt und regelrecht aus der Familie vertreibt.

Straßenkinder bilden Teams

Auf der Straße bilden die Straßenkinder dann so genannte Teams. Diese Teams bestehen meistens aus drei Kindern und einem Älteren, der auf die Kinder aufpasst. So eine Gruppe gibt halt und Sicherheit für das Leben auf der Straße. Nicht selten kommt es vor, dass der Jüngste in so einer Gruppe vom Älteren gezwungen wird stehlen zu gehen.

So ein Team haben wir in Ulaanbaatar auf der Peace Avenue getroffen und stellten den Kindern Tsog-Erdene (13 Jahre), Ankhbayar (13 Jahre) und Ganbaatar (10 Jahre), sowie dem Älteren Suhbat (26 Jahre) einige Fragen. Während unserer Fragen fühlte Ganbaatar immer wieder an meinen Taschen, auf der Suche nach Kleingeld.

Mit freundlicher Unterstützung von:
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